Kurzgeschichten rund um die Navigator

Hier kann jeder seine persönliche Geschichte über seine Navigator veröffentlichen. Einfach die Geschichte mir per Mail zukommen lassen, ich veröffentlich diese dann hier.

Meine italienische Diva..
von mir

Nach meiner erfolgreichen Führerscheinprüfung legte ich mir eine Suzuki GN400 zu. Gemäß meiner damaligen Tratition “Chopper” zu fahren. Habe als 16Jährigen ganz gegen den damaligen Trend  (Yamaha DT80LCII, oder Honda MTX 80) eine Suzuki GT 80 L gefahren.

Die GN 400 fuhr ich ca. 2 Jahre und hatte eigentlich ne schöne Zeit mit dem Mopped. Es sah zwar ein bischen komisch aus 1,83m auf so einem Softchopper, aber der kernige Sound das viele Chrom und die Wartungsfreundlichkeit des Moppeds waren genial. Zweimal kicken und die Kiste lief.

Nachdem meine damalige Freundin mein Hobby Moppedfahren immer mehr sanktionierte und Gegenmaßnahmen ergriff, beugte ich mich diesen und verkaufte damals die GN 400.
Das Verlangen Motorrad zu fahren war dann irgend wie verschwunden.  
Allerdings der Virus Motorradfahren ist wie Weltraumherpes, es schlummert in einem und bricht dann schlagartig aus.

Während meinen motorradfreien Jahren kam ich eines Tages, bei einem Kunden, mit einer roten Cagiva           V-Raptor in Berührung. Da war ich hin und weg, so ein Geiles Mopped, das Design und der Motor, der helle Wahnsinn. Ich schlich ständig um diese Diva, vergas ganz und gar was ich bei dem Kunden eigentlich wollte.
...und da war es wieder: der Bikervirus hat zugeschlagen. Es hatte wieder Futter bekommen und hat langsam aber sicher in mir das Feuer wieder  entfacht.
Zunächst schaute ich nach und nach immer mehr den motorisiertem Zweirädern hinterher. Dann schenkte ich meiner damaligen Frau (natürlich ohne Hintergedanke ;o)) einen Gutschein zum Geburtstag, für einen ganzen Tag auf einer Honda Transalp.
Zunächst wollte sie nur etwas in der Stadt rumfahren, aber nachdem ihr bewußt wurde, daß das nicht prickelnd war, fuhren wir anschließend die B294 rein in den Schwarzwald und hoch Richtung Freudenstadt.

Das war ein Entscheidender Schritt (Fahrt) in die richtige Richtung. Daraufhin folgten diverse Messebesuche und das Ansparen des nötigen Startkapitals.

Mühselig sparte ich mir wieder ein paar Kröten für ein Mopped zusammen. Es wurde immer schlimmer, mobile.de, e-bay und co. mussten für Preisvergleiche herhalten. Mopped hin und her irgend wann fand ich auch noch ein sogenanntes Schnäppchen die Aprilia Pegaso 600 für 1200€. Das Dumme an der Geschichte war, es war kurz nach der Umstellung von der Guten alten DM auf den T€uro es wurde auf alles aber wirklich auf alles eine Wechselgebühr aufgeschlagen. Ein harmosses Weizenbier im Biergarten kostete statt 5 Mark auf einmal 3,50€    

Also nach knapp 10 Jahren Abstinenz wurde ich im Jahr 2000 wieder vom Bikervirus infiziert! ;-)
Ich habe mir Mopped-Zeitungen gekauft, Messen besucht und bin auf Motorrad-Treffen gegangen.

Am 10.Mai.2002 habe ich mir dann endlich eine wunderschöne Aprilia Pegaso 600 (sehr selten in Deutschland) gegönnt.
Damit habe ich mich unter die Biker gemischt und die Freiheit auf zwei Räder wieder entdeckt.
Im April 2003 war es dann soweit, da ging ich eine innige Beziehung mit einer rassigen italienischen Diva ein: die Cagiva Navigator.

Und so hat sie mich in Ihren Bann gezogen:

Auf einer kleinen lokalen Motorrad Messe in Pforzheim schlich ich um einen Händler der die Marke Cagiva ausstellte, vorallem die Raptoren (übrigens auch geile Teile). Dort schlich ich um eine schwarze V-Raptor und mir lief der Sabber aus den Mundwinkel (ich erkannte sie wieder, damlas bei dem Kunden).
Der Händler sah das ganze und sprach mich an (nachdem ich seinen Teppich vollgesappert hatte), ob er mir helfen könne.

Ich zeigte auf die Raptor und stammelte "haben wollen". Allerdings, nachdem ein kleiner vernünftiger Funke durchkam, merkte ich dass die Raptor ein sehr egoistisches Mopped (Sozia untauglich) ist, und ich eigentlich doch etwas Sozia-und Reisetaugliches mit sportlichen Handling, ordentlichen Bums von unten nicht so wuchtig wie Varadero u. Co. und das ganze zu einem vernünftgen Preis haben wollte.

Daraufhin drehte sich der Händler um und zeigte auf ein silbernes filigranes endurooptisches Motorrad. Die Cagiva Navigator! Ich schaute ihn an und sagte daß ich etwas größeres such, net so 600er Zeugs. Ich übersah das Logo auf der Seite welches dezent auf die Zahl 1000 hinwies.

Nach der technischen Aufklärung, dass die Navi den Motor der legendären TL1000S als Triebwerk hat, der gleiche wie in den Raptoren, vereinbarte ich einen Probefahrttermin.

Der Tag X war gekommen, die Navi stand startbereit im Hof ich bekam den Schlüssel mit der bitte, den Motor nur bis 6000u/min zu belasten.

Schlüssel rein einmal drehn, dann das surren der Benzinpumpe, Kupplung ziehen, Daumen auf den gelben Starterknopf, kurzes wiiiet wiiiet wiiet und der VauZwo bollert in einem hellen fast blechernen aggressiven Bellen.

Vorsichtig fahre ich auf die Strasse Richtung Ortsausgang, immer im Hinterkopf nicht über 6000 zu drehen. Dann kommts Schlag auf Schlag, Ortsschild im 3. Gang aufziehen bis 6000 Touren und Hochschalten in den 4.ten dan der 5.te und dannach der 6.te. Ich hatte das berauschende Gefühl dass meine Mundwinkel immer noch an dem Ortsschild hingen und mir ein breites Grinsen ins Gesicht riss.

Ab in den kurvigen Nordschwarzwald, die Navi pflügt die Strassen entlang wie wenn sie auf Schienen fahren würde. Das Handling gleicht fast einer Supermoto, was natürlich auf die Metzeler Strassenbreifung und auf das sportlich straffe Fahrwerk zurückzuführen sind. Die Ingenieure von Cagiva haben den Spagat zwischen sportlich straff und reisefreundlichen Komfort sehr gut hinbekommen. Der Reifen vom Metzeler fährt sich sehr direkt schon fast kippelig. Nur ein kurzen Lenkbefehl und die Navi stürzt wie ein Kampfjet in den Sturzflug zur Angriff!
So mancher Supersportler hat in dem engen Kurvenlabyrinth des Schwarzwaldes Schweissperlen auf die Stirn bekommen, nachdem die Silhouette dieser  "Reise-Enduro" im Rückspiegel auftaucht nicht mehr verschwand, bzw. vorbeifuhr.

Diese italienische Diva ist eigentlich in keine richtige Schublade zu stecken. Vielleicht aber gibt es einen Oberbegriff dafür: reisetaugliches Bigfunpowerbike!

Nachdem ich dieses geile Teil wieder beim Händler abgab, fragte ich nur: "Wo muss ich jetzt unterschreiben?"

Einfach nur geiles Teil!

 

Navi aus dem Dornröschenschlaf

Ne kleine Geschichte zu Pfingsten.

Heute morgen nach dem Frühstück machte ich mich ran. Nachdem ich vor zwei Wochen die Batterie ausgebaut und wieder zum Leben erweckt habe, baute ich Sie wieder ein, pumpte mit der Fußpumpe Luft in die Reifen, ganze 2,5bar. Die Spannung stieg.
Über zwei Jahre stand sie vor meiner Haustür und täglich lief ich an Ihr vorbei, Anfangs mit verschmitztem Blick und später immer mehr mit schlechtem Gewissen. Sie strotzte Wind, Regen, Schnee und Sturm, aber sie stand.
Nun Plagen mich viele Fragen, wird sie anspringen? Mag sie mich noch? Wird Ihr Herz wieder schlagen? Nach so langer Zeit, ganz alleine da drausen in der kälte, wird Sie mir verzeihen?
Alle Kabel sind wieder angeschlossen, die Spinnenhuddel entfernt. Da steht sie, noch gestrippt, nur der schwarze Tank ziert ihre schlanke Tailie.
Der Zündschlüssel rastet mit seinen Zähnen in den Anschlag, mit dem dreh des Schlüssels nach rechts kommt mir das bekannte Surren der Benzinpumpe wie Musik in den Ohren vor, Gänsehaut zieht sich über meinen Rücken runter.
Die Relais schalten, die Signallampen leuchten auf, Schaltung steht auf "neutral" es leuchtet grün, grün wie "go". Langsam schiebe ich mit bedacht den Leerlaufregler nach vorn, ziehe den Kupplungshebel nach hinten, mein rechter Daumen platziert sich auf den Gelben Knopf.......,
...... mein Puls steigt, mir schiessen tausend Gedanken durch den Kopf, soll ich drücken, den kleinen gelben Knopf? noch zögere ich ..... atme tief durch......ich drücke, der Anlasser dreht, der alte Sprit wird in die Brennräume gedrückt, dann der entzündliche Funke, sie huster zwei mal, als wolle sie zwei jahre alte Luft loswerden. Der Anlasser schiebt weiter, dann plötzlich die erlösende Explosionen in den VauZwo Brennräumen, die Kolben werden auf die Reise geschickt, die Drehzahl steigt an, das volle VauZwo Klangerlebniss entfalltet sich über die leergefegte Pfingstmontagstrasse. Sie dreht satt im Leerlauf.
Ich warte etwas bis die Temperatur etwas angestiegen ist. Dann drei kurze Züge am Gasgriff, es folgen fast zeitgleich die dazugehörige Aufschreie. Meine Haut sieht aus, wie die einer frischgerupften Gans!

Da stehe ich, geniese die Klangkulisse und lass den Motor etwas warm laufen. Der dreh am Schlüssel wird Sie wieder in den Schlaf zurück schicken,..... ich drehe am Schlüssel der Motor verstummt, ...........!

Scheee, wars...!

Morgen hat sie den wohlverdienten Wellnesstag in der Werkstatt, bekommt neue hübsche Schuh, einen kompletten Gesundheitscheck und vom Amtlichen Gesundheitsprüfer ein kleines Zeitlich begrenztes Pflaster auf ihren hübschen Po.....

... Fortsetzung folgt!

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